Adolf Hitler ein Star des Entertainment?
Ebenso wie Stalin und Gaddafi?
Schwierig. Anders aber lässt sich Leo Sterns Arbeit Fall of Shame auf den ersten Blick nicht begreifen.
Stern hat Urkunden gedruckt, die dem Walk of Fame in Hollywood nachempfunden sind. Nur, dass bei Stern nicht Filmstars oder Musiker ausgezeichnet werden sondern Geißeln dieser Welt.
Fall of Shame hat Stern seine Arbeit genannt und setzt damit eine
Provokation in die Welt, an der der Betrachter erstmal nicht vorbei
kommt. Aber geht es hier um Politik? Oder um eine Kritik des
Star-Systems, das in einer durchmedialisierten Welt eine Macht erlangt hat, die diktatorische Züge aufweist?
Um das herauszufinden, empfiehlt sich ein Besuch der Ausstellung . Neben den Urkunden werden dabei auch Fotomontagen zu sehen sein. Hitler und Stalin, wie sie stolz ihren Hollywood-Stern präsentieren. Das sind Bilder, die von der Pose her in jedem x-beliebigen Magazin vorkommen könnten. Ihr Informationsgehalt aber tut nur weh und gibt den theoretischen Überlegungen in Sterns Arbeit eine sinnliche Dimension.
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Klaus Irler
die tageszeitung